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Der sprechende Pulli

Meine Mama sagt: "Jeder hat eine Mission." Aber ist es meine Mission, in die Schule zu gehen und zu lernen? Wer will schon wirklich lernen? Selbst meine Musiklehrerin hat keine Lust. Erst letzten Monat hat sie einen nassen Schwamm nach meinem schwätzenden Klassenkameraden vor mir geschmissen. Der hat sich geschickt weggeduckt. Und zack hatte ich das Mistding auf meinem Heft. Die blaue Tintenschrift war verschmiert. Na, toll, dachte ich. Dann rief sie mir zu, ich sollte ihn zurückwerfen. Das hätte sie nicht tun dürfen. Jeder in meiner Klasse weiß, dass meine Wurfkünste berüchtigt sind. Wer mich schon mal Brennball spielen gesehen hat, weiß warum. Ich griff in den nassen, nach Kreide und schalem Wasser muffelnden Schwamm, ekelte mich kurz, holte hammermäßig aus und katapultierte den Schwamm nach vorne, mitten in das erstaunte Gesicht meiner Musiklehrerin. Ihr entfuhr spontan ein "Ihhh", ich würde sagen auf Tonlage eines cis, überlagert von vier Untertönen, insgesamt e...

Ein gefeierter Star

Der Tag, an dem Kira, ein tibetanischer Tempelhund verschwand, war ein verregneter Sonntag. Aber Kira hatte es schon länger geplant, sich endlich von Herrchen Herbert zeitweilig zu trennen. Herbert war in letzter Zeit immer anhänglicher geworden. Kira durfte in seinem Bett übernachten. Nein, es war ein Müssen. Mit seiner großen Hand hob Herbert die kleine, zierliche Kira in sein Bett und legte sie neben sich auf ein extra weiches Kopfkissen, in dem sie versank. Keine Frage, sie konnte gut auf diesem Kissen einschlafen. Aber sie fand, dass sie verweichlichte. So hatte sie sich ihr Hundeleben nicht vorgestellt. Sie wollte Abenteuer erleben. Als Herrchen Herbert beim Weihnachtsmenü noch ein Stück zartes Rindfleisch über hatte, stopfte er es Kira liebevoll in das kleine Mäulchen. Keine Frage, es schmeckte vorzüglich. Aber wie gesund war das eigentlich für Menschen gedachte Fleisch? Sie brauchte eine Herausforderung. Sie wollte sich ihr Fleisch verdienen und dann dieses als Belohnung genie...

Der größte Düsenjet der Welt

Es war einmal die kleinste Ameise der Welt. Sie war so klein, dass man eine besonders starke Lupe brauchte, um sie überhaupt sehen zu können. Übrigens, sie hieß Sophie. Eines Tages begegnete sie dem größten Elefanten der Welt. Er war so groß, dass sich die Sonne verdunkelte, sobald er im Freien umher lief. Übrigens, er hieß Dennis. Es war Zufall, dass die beiden sich trafen. Sophie wollte die schöne Aussicht genießen und kletterte auf die größte Rose im Blumengarten von Madame Fleur, der fleißigsten Gärtnerin weit und breit. Und Dennis wollte den feinen Duft der roten Rose genießen und beugte sich ganz weit nach unten, um an der Rose zu schnuppern. Dennis konnte Sophie nicht sehen. Aber als er ein „Hatschi“ hörte, fragte er „Wer ist da?“ Und Sophie antwortete mit ihrer tiefen Stimme: „Ich bin's. Sophie“. Als er fragend auf die Rose schaute, sagte sie: „Du kannst mich mit bloßem Auge nicht sehen. Ich bin die kleinste Ameise der Welt.“ Dennis lachte. Es klang, als ob jemand ein Winds...